Potentiale

Die unterschiedlichen technologischen Lösungen lassen sehr unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten zu (in Abhängigkeit von Kanaldurchmesser, Kanaltypen (Druckrohr, Freispiegel, Misch- oder Schmutzwasser etc.), unterschiedliche Nutzertypen etc.). Wichtig ist, dass das Energiedargebot im Kanal und der Energiebedarf (Grundlast / Spitzenlast) solide ermittelt und eine Lösung verwendet wird, die die Gesamtsituation am konkreten Standort im Blick hat. Das bedeutet, dass die gesamte Kette vom Kanal und Wärmetauschersystem über die adäquate Wärmepumpe bis zur abgestimmten Haustechnik betrachtet werden muss, um zu einer wirtschaftlich tragfähigen Lösung zu gelangen.

Potentiale erkennen

Sankey
Energieflussdiagramme bringen Dargebot und Bedarf zusammen

Als erster Schritt kann das theoretische Potential in einer Kommune oder auch an einem konkreten Standort ermittelt werden. Hierzu sind langfristig zu erwartende Änderungen zu berücksichtigen. Das theoretische Potential gibt einen ersten Anhaltspunkt, über welches Energiedargebot die Kommune oder auch der Standort verfügt, der nutzbar gemacht werden kann.

Potentiale erschließen

Kartenausschnitt
Konkretisieren von potentiellen Einsatzorten

Die Potentialerschließung erfolgt am konkreten Standort. Mit Hilfe von Geografischen Informationssystemen (GIS) werden die vorhandenen Daten (Kanaldaten, Liegenschaften) zusammengeführt und analysiert. Dank des Raumbezugs können zuvor getrennt voneinander betrachtete Informationen in Beziehung gesetzt werden. So werden potentiell geeignete Kanalabschnitte herausgefiltert (ausreichende Nennweite bzw. ausreichender Trockenwetterabfluss) und mit den Daten öffentlicher Liegenschaften, von Gewerbeeinrichtungen, Wohnungsbaugesellschaften etc. zusammengebracht.

Zusätzlich können Angaben über städtebauliche Entwicklungsabsichten und vorhandene und geplante Sanierungsgebiete berücksichtigt werden, um auch zukünftige potentielle Wärmeabnehmer ansprechen zu können.

Potentiale umsetzen

Potentiale können auf Grundlage von Fachgesprächen gehoben werden.

Mit Hilfe von Messungen kann das Potential am Standort genauer bestimmt werden (Abwassertemperatur, Trockenwetterabfluss). Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Einzugsgebiete für den jeweiligen Kanalabschnitt zu ermitteln. Das Einzugsgebiet wird dann mit demografischen Daten aber auch mit einer Übersicht wärmerelevanter indirekter Einleiter räumlich verschnitten. Die Verschneidung erlaubt Aussagen über absehbare Entwicklungen beim Abwasseraufkommen und möglichen Veränderungen beim Wärmedargebot im Abwasser.

Schon im frühen Planungsstadium sollte ein Planer hinzugezogen werden, der die unterschiedlichen Gewerke übergreifend im Blick hat. Hersteller und Planer verstehen sich immer mehr als Lösungsanbieter („Rundum-Sorglos-Paket“). Eine neutrale Initialberatung kann die Hemmschwelle von Investoren senken, sich mit der Energiequelle auseinanderzusetzen und so helfen, das Thema weiter zu streuen.

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